(Re-)Generation Hochschullehre – dghd-Jahrestagung 2019

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) kamen rund 600 Teilnehmende zum Thema "(Re-)Generation Hochschullehre. Kontinuität von Bildung, Qualitätsentwicklung und hochschuldidaktischer Praxis" an der Universität Leipzig zusammen.

dghd-Jahrestagung 2019

Auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) kamen rund 600 Teilnehmende aus dem deutschsprachigen Raum, UK, Irland, Lettland und Dänemark an der Universität Leipzig zusammen.

DLR PT

In den letzten Jahren sind mit dem Bologna-Prozess und dem Qualitätspakt Lehre langfristige und flächendeckende Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen und der Qualität der Lehre begonnen worden. Dies hat Studium und Lehre noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und so auch zu einer Regeneration der Hochschullehre geführt. Zugleich ist damit aber auch eine neue Generation Hochschullehre entstanden: Bundesweit wurde hochschuldidaktisches Personal eingestellt und an den Hochschulen ist eine neue Generation von Wissenschaftlern herangewachsen, die es als selbstverständlich betrachtet, sich für aktuelle und zukünftige Lehraufgaben zu qualifizieren, und die Bereitstellung von entsprechenden Weiterbildungs- und Beratungsangeboten als gegeben ansieht.

Anknüpfend an das Positionspapier 2020 der dghd und den Kölner Katalog zur Hochschullehre wurde auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd), die von 5. bis 8. März an der Universität Leipzig stattfand, daher sowohl auf sieben Jahre Qualitätspakt Lehre zurückgeblickt als auch Wege aufgezeigt, wie projektförmige Angebote in dauerhafte Strukturen überführt werden können.

dghd-Jahrestagung 2019

Die Teilnehmenden der dghd-Jahrestagung diskutierten in zahlreichen Workshops, Diskurswerkstätten, Impulsforen und Vortragssessions aktuelle Fragestellungen der Hochschuldidaktik.

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Entlang von drei Themenfeldern – Bildung als Auftrag von Hochschule und Hochschuldidaktik, Hochschuldidaktik in der Qualitätsentwicklung von Studium und Lehre, Hochschuldidaktik als Profession – und in zahlreichen Veranstaltungsformaten wurden sowohl wissenschaftlich-theoriebildende als auch angewandte Fragestellungen hochschuldidaktischer Forschung und Weiterbildung diskutiert. Das umfangreiche Angebot ist dem Programmheft auf den Seiten der Tagung zu entnehmen.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass ein wissenschaftlich fundierter Begriff der Hochschulbildung als Grundlage für die Qualitätsentwicklung der Hochschullehre und die hochschuldidaktische Praxis bereits Teil des Selbstverständnisses der dghd geworden und die Bedeutung und Ausstattung der Hochschuldidaktik in allen Bundesländern deutlich gewachsen ist. Doch fehle der Hochschuldidaktik noch die breitflächige grundständige Verankerung, so die Vorstandsvorsitzende Marianne Merkt. Diese zu erreichen muss langfristiges Ziel hochschulischer Lehre werden. Die Relevanz hochschuldidaktischer Forschung und Weiterbildung muss insbesondere von den Hochschulleitungen kommuniziert und an den Hochschulen fest verankert werden, entsprechende Professuren geschaffen und Anreizsysteme für alle Lehrenden etabliert werden. Dies sei, so wurde in vielen Beiträgen deutlich, ein wesentlicher Punkt, um weiter und langfristig zu einer nachhaltigen Qualitätsentwicklung und weiteren Professionalisierung der Hochschuldidaktik zu gelangen.

Die nächste dghd-Jahrestagung findet von 10. bis 13. März 2020 als Kooperation aller Berliner Universitäten und dem Berliner Zentrum für Hochschullehre in Berlin statt.