Interdisziplinäre Konferenz zur "Information and Media Literacy" an der Universität Passau

Vom 23 bis 24. November 2018 veranstaltete das im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" geförderte Projekt SKILL an der Universität Passau eine interdisziplinäre Konferenz zum Thema Bildung und Digitalisierung, bei der internationale Teilnehmende zu einem produktiven Austausch über aktuelle Herausforderungen und innovative Konzepte zusammenkamen. Die Konferenz richtete sich an interessierte Wissenschaftler*innen, Lehrer*innen und Studierende.

Workshop auf der Passauer Tagung

In partizipativ angelegten Panels und Workshops kamen die Teilnehmenden in einen regen Austausch.

SKILL / Universität Passau

Von Dorothe Knapp

Das SKILL-Teilprojekt „Information and Media Literacy“ arbeitet seit 2016 an einem interdisziplinären Hochschulzertifikat, das Lehramtsstudierende auf die Herausforderungen und Bedingungen des Lernens und Lehrens in der digitalisierten Informations-, Medien- und Wissensgesellschaft vorbereitet. Die aus dieser Arbeit hervorgegangene Konferenz brachte nun internationale Referierende zusammen, um damit verbundene Themen aus verschiedenen Perspektiven zu analysieren, zugrundeliegende Konzepte wie Medienbildung, Information and Media Literacy und Medienkompetenz kritisch zu befragen sowie an unterschiedlichen Standorten und für verschiedene Zielgruppen entwickelte Konzepte im produktiven Austausch nebeneinanderzustellen.

Keynote-Vortrag von Dr. Sarah Gretter (Michigan State University)

Keynote-Vortrag von Dr. Sarah Gretter (Michigan State University)

SKILL / Universität Passau

Zentral war dabei die Interdisziplinarität der Veranstaltung, deren Notwendigkeit auch Dr. Andrew Whitworth (University of Manchester) in seinem eröffnenden Keynote-Vortrag deutlich herausstellte. Das Konzept der Konferenz leitete die Auseinandersetzung ausgehend von einem theoretischen Problemaufriss zur Bildung in der digitalen Gesellschaft am Freitagvormittag zu einer anschließenden Diskussion zahlreicher Medienbildungsprojekte in formalen und informellen Settings an Hochschule, Schule und anderen Bildungseinrichtungen am Nachmittag. Hierfür bot Dr. Sarah Gretter (Michigan State University) mit ihrem Keynote-Vortrag „What’s Your Reality? Developing Student Agency in the Misinformation Age“ einen spannenden Einstieg. In partizipativ gestalteten Formaten diskutierten die Teilnehmenden Handlungsperspektiven im digitalen Zeitalter unter Einbezug verschiedener fachlicher Perspektiven, vor einer Vielzahl an praktischen Erfahrungshintergründen sowie anhand von Studienergebnissen. In diesem Austausch wurden organisatorische und strukturelle Bedingungen bei der Implementierung neuer Angebote ebenso thematisiert wie interdisziplinäre Aushandlungsprozesse, was sich für die Weiterarbeit in den jeweiligen Projekten als sehr fruchtbar erwies. Die Tagung endete am Samstag mit einem Fokus auf gegenwärtige Herausforderungen und Visionen. Prof. Dr. Benjamin Jörissen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) ging dabei in seiner Keynote verschiedenen Fragen zu Sozialität, Identität, Urteilsbildung, Sinnen und Materialität nach, die im Zeitalter der Digitalisierung stets neu verhandelt werden müssen.

Das Ars Electronica Center (AEC) Linz bereicherte das Rahmenprogramm der Tagung mit Virtual- und Mixed-Reality-Installationen.

Das Ars Electronica Center (AEC) Linz bereicherte das Rahmenprogramm
der Tagung mit Virtual- und Mixed-Reality-Installationen.

SKILL / Universität Passau

Die Konferenz bot (in Kooperation mit der Friedrich Stiftung) zudem ein vielfältiges Rahmenprogramm: Im Didaktischen Labor (DiLab), einem im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" eingerichteten Seminarraum der Universität Passau, stellten Studierende ihre Arbeiten aus Modellseminaren des Teilprojekts aus. Das Ars Electronica Center Linz stellte eine Virtual- und Mixed-Reality-Ausstellung bereit und der Medienkünstler Werner Jauk zeigte seine interaktive Installation „Touch the Sound 2.1“.

In der Abschlussdiskussion wurden Fragen und Ideen aus den einzelnen Panels analog und digital sichtbar gemacht, um eine weitere Möglichkeit der Vernetzung in Forschung und Praxis zu bieten.