Heterogenität und Digitalisierung als neue Professionalisierungsschienen der Lehrerbildung an der TU Darmstadt

55 Experten der Lehrerbildung der Universität, der Kooperationsschulen, der Studienseminare für Gymnasien und berufliche Schulen sowie der Hessischen Lehrkräfteakademie tauschten sich am 13. Mai 2019 auf der Kick-off Veranstaltung des Projekts MINTplus2 über erreichte Ergebnisse der ersten und Ziele der zweiten Förderphase aus. Diskutiert wurde über die Herausforderungen bei der Implementierung der Schienen "Heterogenität" und "Digitalisierung" in die Lehrerbildung der TU Darmstadt.

Prof. Dr. Burkhard Kümmerer

Prof. Dr. Burkhard Kümmerer, Teilkomponentenleiter der Vernetzung, erläutert die Inhalte und Ziele des interdisziplinären Vernetzungsbereichs

© Cleopatra Schuhmacher

Von Yvonne Bachmann und Regina Bruder

Zu Beginn der 2. Förderphase der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" gestaltete das Darmstädter Projekt "MINTplus2: Systematischer und vernetzter Kompetenzaufbau in der Lehrerbildung im Umgang mit Digitalisierung und Heterogenität" eine Auftaktveranstaltung. MINTplus2 überführt den in der 1. Förderphase entwickelten MINT-orientierten Studiengang für das gymnasiale Lehramt (LaG) in den Regelbetrieb. Zwei neue Professionalisierungsschienen "Digitalisierung" und "Heterogenität/Inklusion" werden in die etablierten und noch zu entwickelnde Module in die Lehramtsstudiengänge des gymnasialen und beruflichen Lehramts eingeführt. Für die B.Ed.- und M.Ed.-Studiengänge des beruflichen Lehramts stehen zentrale curriculare Überarbeitungen an.

Abschlussplenum bei der KickOff-Veranstaltung in Darmstadt

Abschlussplenum zu den Professionalisierungsschienen Heterogenität und Digitalisierung in der Lehrerbildung

© Cleopatra Schuhmacher

Die Auftaktveranstaltung am 13. Mai 2019 wurde durch Prof. Dr.-Ing. Ralph Bruder eröffnet. Der Vizepräsident für Studium, Lehre und wissenschaftlichen Nachwuchs der TU Darmstadt hob die Bedeutung der projektinitiierten Professionalisierungsmaßnahmen der Lehrerbildung hervor und würdigte die bereits deutlich sichtbaren Weiterentwicklungen. Frau Prof. Dr. Regina Bruder, Projektleiterin von MINTplus2, fasste die Ergebnisse der ersten Phase zusammen und stellte die Ziele und Mitarbeiter_innen in den aktuellen Teilprojekten vor. Der Vortrag von Frau Prof. Dr. Birgit Ziegler gab Einblicke in die neu eingeführten Beratungsangebote und Evaluierungsergebnisse der Studieneingangsphase. OStR’in Christine Preuß und Dr. Olga Zitzelsberger erläuterten den in der Lehrerbildung angelegten kumulativen Kompetenzaufbau anhand des Konzepts der gestuften Praxisphasen. Herr Prof. Dr. Burkhard Kümmerer veranschaulichte zum Abschluss der Vortragsphase die Inhalte des neuen interdisziplinären Vernetzungsbereichs zur Förderung fachübergreifender und fächerverbindender grundlegender Kompetenzen mit MINT-Bezug für den Lehramtsstudiengang an Gymnasien.  

Teilnehmer des Workshops „Digitale Kompetenz als neue Kulturtechnik?” in Darmstadt

Workshop „Digitale Kompetenz als neue Kulturtechnik?”

© Cleopatra Schuhmacher

Während der Workshopphase erörterten Akteur_innen der ersten beiden Ausbildungsphasen Möglichkeiten der Implementierung inklusionsorientierter Professionalisierungsangebote in beide Lehramtsstudiengänge Lag und LaB im Workshop "Heterogenität in den Praxisphasen". Zentrale Fragen wurden gestellt: Wie kann das Thema Heterogenität innerhalb der Praxisphasen mehr Sichtbarkeit erhalten? Mit welchen fachdidaktischen Zugängen können die jeweiligen Dimensionen von Heterogenität adressiert werden? Alle waren sich einig, dass nur ein kontinuierlicher Fachaustausch zu einer praxisphasenübergreifenden Vernetzung und kontinuierlichen Professionalisierung angehender Lehrpersonen führen kann.

Im Workshop "Digitale Kompetenz als neue Kulturtechnik?" wurden interessierte Akteur_innen der Lehrerbildung für die Herausforderungen der Digitalisierung sensibilisiert. Anhand exemplarisch ausgewählter Themenbereiche (Bildungsraum Schule, Lehren und Lernen mit digitalen Medien, Digitale Kompetenz, Digitalisierung in der Arbeitswelt) wurde angeregt diskutiert und erste Handlungsfelder und Umsetzungsideen wurden konkretisiert. Das Thema Digitalisierung ist – so ein Ergebnis des Workshops - perspektivisch als Inhalt von Bildungs- sowie Berufsbildungsprozessen zu berücksichtigen.

Die gesamte Veranstaltung wurde durch ein Graphic Recording live visualisiert und dokumentiert.