Das „Netzwerk Praxisreflexion“ der Qualitätsoffensive stellt sich vor

Die kritisch-reflexive Praxisorientierung im Lehramtsstudium ist ein wichtiger Baustein vieler Universitätsstandorte. Doch wie kann diese in der Lehre konkret aussehen? Welche hochschuldidaktischen Formate der Praxisreflexion werden in der Lehrerbildung praktiziert? Diese Fragen möchten die Beteiligten des „Netzwerk Praxisreflexion“ gemeinsam bearbeiten.

Netzwerk Praxisreflexion

Das „Netzwerk Praxisreflexion“ besteht derzeit aus sechs Universitätsstandorten.

© Foto: Julia Schweitzer

von Julia Schweitzer

Die Idee für das Netzwerk entstand im November 2017 auf der Tagung „Impulse 2017 – Perspektiven & Herausforderungen für die Lehrerbildung in Nordrhein-Westfalen“. Dort stellten Prof. Dr. Martin Heinrich, Nicole Valdorf und Dr. Lilian Streblow in einem Workshop Varianten kritisch-reflexiver Praxisorientierung im Bachelor-Studium der Universität Bielefeld zur Diskussion (siehe Broschüre). „Das Interesse war groß, ganz konkrete verschiedene Formate von Praxisreflexion näher kennenzulernen. Dafür muss allerdings Zeit sein, um sie so detailliert zu besprechen, dass man sie in der eigenen Lehre einsetzen kann. Um den notwendigen Raum dafür zu schaffen soll jeweils im Frühjahr zu einem ‚Fachtag Praxisreflexion in der Lehrerbildung‘ nach Bielefeld eingeladen werden“, berichtet Prof. Dr. Martin Heinrich.

Der Kern der Fachtage besteht darin, dass Akteure verschiedener Universitätsstandorte sehr konkret an hochschuldidaktischen Formaten workshopartig zusammenarbeiten. Auf diese Weise lernen sie die unterschiedlichen Formate von Praxisreflexion so kennen, dass diese auch an anderen Standorten etabliert werden könnten.

Das Netzwerk zielt somit vor allem auf eine Förderung des Austauschs zwischen den Projekten der Qualitätsoffensive und den Transfer von Erkenntnissen im Kontext von Praxisreflexion. „Von den neuen Impulsen und Ideen sollen schließlich alle Standorte profitieren“, so Dr. Lilian Streblow. „Durch die Kooperationen im Netzwerk erhoffen wir uns eine Qualitätsverbesserung des Praxisbezugs in der Lehrerbildung.“

Seit der Idee für das Netzwerk fand im Mai 2018 bereits zum ersten Mal der Bielefelder „Fachtag Praxisreflexion“ statt, auf dem sich mit einem kasuistischen Format und der Arbeit mit Dichten Beschreibungen in der berufsfeldbezogenen Praxisstudie auseinandergesetzt wurde. Außerdem wurde im November 2018 von Beteiligten des Netzwerks gemeinsam ein Forum zum Thema „Multiperspektivische Zugänge in die Schulpraxis zur Förderung der Lehrkräfteprofessionalität“ im Rahmen des 2. Programmkongresses der Qualitätsoffensive gestaltet.

Am 01. März 2019 folgt nun der zweite Bielefelder „Fachtag Praxisreflexion“. Im Kontext von „Praxisreflexion zwischen Meta-Reflexivität, Verfremdung und Eintauchtiefe“ werden dort hochschuldidaktische Konzepte aus Bielefeld sowie Hamburg bzw. Gießen vorgestellt und diskutiert. Zudem findet im Anschluss die jährliche Steuergruppensitzung des „Netzwerk Praxisreflexion“ statt, auf der die standortübergreifenden Netzwerkaktivitäten für das folgende Jahr geplant werden.

Aktuell besteht eine schriftliche Kooperationsvereinbarung zwischen der Universität Bielefeld, Universität Duisburg-Essen, Leibniz Universität Hannover, Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Eberhard Karls Universität Tübingen und der Universität Wuppertal. „Darüber hinaus sind alle interessierten Kolleginnen und Kollegen aus allen Bundesländern herzlich eingeladen, sich am Netzwerk zu beteiligen“, ermuntert Prof. Dr. Martin Heinrich.