Da frage ich doch mal lieber nach! Bremer Veranstaltungsreihe verzahnt Lebenswelten

Die Veranstaltungsreihe "Nachgefragt!" folgt dem Leitgedanken des Bremer Projekts "Schnittstellen gestalten" und verzahnt in unterschiedlichen Einzelveranstaltungen verschiedene Lebenswelten, nämlich Schule und Ausbildung, Theorie und Praxis, verschiedene Fächer und Ausbildungsphasen, miteinander. Dabei werden Studierende, Schülerinnen und Schüler als Akteure in den Prozess der Entwicklung und Gestaltung der Veranstaltungen aktiv eingebunden.

Blick in die Bremer Veranstaltungsreihe "Nachgefargt!"

"Was ist eine gute Schule?": Schülerinnen und Schüler einer Bremer Grundschule verbrachten begleitet von Studierenden einen Schultag an der Universität Bremen.

© Marion Wulf/Universität Bremen

Als Leitgedanke im Bremer Qualitätsoffensive-Projekt "Schnittstellen gestalten" gilt die Verzahnung von Theorie und Praxis und der verschiedenen Elemente in der Lehrkräftebildung. Das heißt, von Anfang an werden schulpraktische Elemente in der Lehrkräfteausbildung verankert und die drei Ausbildungsphasen – Lehramtsstudium, Referendariat und Lernen im Beruf – sowie die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der universitären Ausbildung eng miteinander verzahnt.

In den Veranstaltungen der Reihe "Nachgefragt!" werden aktuelle Themen aus Schule und Lehrkräftebildung aufgegriffen und in zweistündigen Veranstaltungen, die jedes Semester stattfinden, mit verschiedenen Formaten in den Mittelpunkt gestellt und diskutiert. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit und wird immer gemeinsam mit Studierenden, Schülerinnen und Schülern vorbereit; diese kommen auch in den Veranstaltungen zu Wort.

Blick in die Veranstaltungsreihe "Nachgefragt!" der Universität Bremen

Schülerinnen, Schüler und Lehramtsstudierende im Gespräch mit Prof. Dr. Petra Stanat, Direktorin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB).

© Marion Wulf/Universität Bremen

Die Reihe wurde nach dem ersten Projektjahr von "Schnittstellen gestalten" begonnen; bisher wurden acht Veranstaltungen durchgeführt. Sie ist fester Bestandteil der Projekt-Struktur (Projekt-Governance):

In der Auftaktveranstaltung "Geld regiert die Welt! Warum eigentlich? " bekamen Schülerinnen und Schüler aus einer Bremer Oberschule die Gelegenheit, einer Expertin von der Deutschen Bundesbank sowie zwei Professoren aus der Bremer Universität Fragen zum Thema "Geld" zu stellen.

Ein anderes Beispiel ist die Veranstaltung "Abgehängt?". In einem Expertenvortrag wurden die Ergebnisse der IQB-Bildungstrends mit Schwerpunkt auf das Land Bremen von Prof. Dr. Petra Stanat, Direktorin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin, vorgestellt. Schülerinnen und Schüler des Hermann-Böse-Gymnasiums sowie Studierende des Lehramts Gymnasium/Oberschule der Universität Bremen fragten sehr kritisch und gut vorbereitet nach, wie speziell die Bremer Ergebnisse zustande kommen und stellten ihre eigenen Bewertungen der Zahlen und Methoden vor.

Aushang zur Bremer Veranstaltungsreihe "Nachgefragt!"

Die Veranstaltungsreihe "Nachgefragt!" ist fester Bestandteil der Struktur des Bremer Projekts "Schnittstellen gestalten".

© Marion Wulf/Universität Bremen

Im Rahmen der außergewöhnlichen Veranstaltung "Was ist eine gute Schule?" besuchten im Januar 2019 40 Schülerinnen und Schüler aus einer Bremer Grundschule die Universität Bremen und verbrachten dort einen Schultag begleitet von Studierenden. An 10 Stationen mit unterschiedlichen Aspekten, die Schule ausmachen, arbeiteten und diskutierten die Schülerinnen und Schüler miteinander. Über verschiedene Zugänge dachten sie über diese Frage nach, legten ihre Sichtweisen dar und hielten diese gemeinsam mit den Studierenden fest. Von der Kinderperspektive auf die Thematik erhielten wir aufschlussreiche Hinweise darüber, worauf es – auch jenseits empirischer, evidenzorientierter Forschungsergebnisse – noch ankommt, um Kindern schulisches Lernen in einer ihren Bedürfnissen entsprechenden Form zu ermöglichen und eine "Pädagogik vom Kinde aus" zu realisieren.